#neuesschweigen statt #aufschrei?

***Trigger-Warnung: sexualisierte Gewalt***

Es scheint, dass der #aufschrei über den alltäglichen Sexismus nun wieder vergessen werden darf. Zumindest in der mainstream-Presse ist die Berichterstattung …hm… abgeflaut. Und was waren nun die Konsequenzen? Alle haben mal drüber geredet, es wurde sich empört. Nun reicht es ja wohl auch mal wieder, oder?

Glücklicher Weise haben noch nicht alle das Thema satt. Einige feministische Blogs haben sich nicht so leicht zufrieden gegeben. Die Aufarbeitung läuft hier in vollem Gange. Ich stelle euch hier ein paar, wie ich finde, sehr lesenswerte links zur Verfügung:

Richtig aufarbeiten will Lena Schimmel die ganze Debatte. Sie hat sich an die statistische Auswertung des Tweets gemacht. Ein spannendes Projekt mit Mitmachmöglichkeit.

Frau Dingens fordert in der Konsequenz mehr Respekt. Und die Anerkennung von „Opfern“, wenn sie über ihre Erlebnisse berichten. Schluss mit all den „Hab dich nicht so“ und „War doch bestimmt nicht so schlimm“-Kommentaren!

Sehr schön kann man diese Aberkennung von Lebensrealitäten in den Kommentaren zu dem spannenden Erfahrungsbericht von Don‘t degrade Debs, Darling sehen. Deb beschreibt ihre Erlebnisse auf einer Hetero-Party.

Und Dr. Mutti reflektiert über eigene Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt. Ihr Fazit ist: Mehr Wut für übergriffige Männer, weniger Relativieren von eigenen Erfahrungen. Sehr lesenswert.

Das Fazit vom #aufschrei also: weiter schreien und wütend sein!


3 Antworten auf „#neuesschweigen statt #aufschrei?“


  1. 1 Zehpunkt 27. Februar 2013 um 10:25 Uhr

    Zum Emotionsmanagement bei Diskriminierungserfahrungen („wütend sein!“) fand ich diese Polemik gegen Sexismus bei der Oscarverleihung von Linda West interessant, die eher aus Entschlossenheit als durch Wut weiter politisiert … weil mensch gar nicht mehr dauernd wütend sein kann:

    http://jezebel.com/5987118/sexism-fatigue-when-seth-macfarlane-is-a-complete-ass-and-you-dont-even-notice

  2. 2 zornkopf 07. März 2013 um 10:38 Uhr

    Danke für den Kommentar. Ich mochte den verlinkten Artikel sehr. Auch wenn ich sagen würde, dass sie sehr wohl durch Wut politisiert. Zumindest am Ende.

    Ich mochte die Stelle:
    „Asking people to think critically about some hacky jokes from a dancing cartoonist? You might as well wear a sandwich board that says, „Yell at Me With Bad Grammar.“"

    Das passiert leider in fast allen Diskussionen, in denen es um Sexismus geht.

  3. 3 Lena 04. April 2013 um 15:19 Uhr

    lol, „Trigger-Warnung“. Süß.

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